Jeder kennt das, jeder steckt mal ein einem sogenannten "Gefühlschaos"!

An dem Tag als unser Joshi starb, habe ich den ganzen Tag gefühlt er ist nicht mehr. Habe mich davor verschlossen, wollte es nicht glauben, habe mir eingeredet das kann nicht sein, habe gehofft das ich mich täusche und habe um meinen Sohn geweint obwohl ich es ja noch nicht "schwarz auf weiss" hatte.

Abends im KH beim CTG immer noch gehofft, die Hebamme hörte Herzschläge von 90, viel zu wenig, da habe ich zu meinem Mann gesagt, wenn das die Herzschläge von dem Kleinen sind wird er gleich noch geholt... Wieder diese Hoffnung aber im Unterbewusstsein wissen es sind nicht seine Herzschläge!!!!!!
Erst im Ultraschall da war es wie ein Schlag ins Gesicht, das Herz schlägt nicht mehr!!!!!
Das kann nicht sein, nein das kann nicht sein, der kleine war doch immer gut entwickelt, weiter als er sein sollte, der Geburtstermin war doch so nah. Ich hatte einen Nervenzusammenbruch, ich habe nur rumgeschrieben: nein , nein nicht mein Joshi, dass kann nicht sein , ich habe doch alles gemacht was die FÄ mir gesagt hat ich wollte aufstehen rausrennen, mein Mann hat mich runtergedrückt, ich bekam keine Luft mehr, habe ihn weggeschubst. Mein Baby mein Baby ist Tot das konnte nicht sein die mussten sich geirrt haben, sie haben mindestens dreimal nachgeschaut, die Ärztin sagte: tut mir Leid aber ich kann keinen Herzschlag finden. Alle versuchten mich zu beruhigen. Irgendwann kamen wir auf unser Zimmer, ich weiss davon nichts mehr. Ich liess mir Beruhigungsmittel geben was wohl nicht geholfen hat, ich muss die ganze Nacht nach meinem Sohn geschrien haben.
Ich habe meinen Bauch gestreichelt und mich gefragt; warum machst du das eigentlich noch??? Dein Sohn ist TOT TOT TOT!!!!
Aber ich habe weiter gestreichelt, seinen Rücken gespürt, sein Köpfchen gestreichelt...

Irgendwann bin ich wohl eingeschlafen. Morgens kam die Hebamme um mich noch mal darauf hin zu weisen, das ein Kaiserschnitt ein grosses Risiko sei und ich es mir nochmal überlegen solle, mir war das egal, soll ich doch bei der Geburt "drauf gehen", mir was das sowas von egal, ich wollte nur noch mit meinem Sohn vereint sein.Mein Kleiner Engel brauch mich doch , er ist doch jetzt ganz alleine, eine Mutter lässt ihr Kind doch nicht alleine, das waren meine Gedanken, an meinen Mann und meine Kinder habe ich dabei gar nicht gedacht, das ich ihnen damit noch einen Verlust zumute, das ich ihnen fehlen könnte, dass sie mich brauchen mehr als je zuvor.

Ich vermisse meinen Sohn jeden Tag, der Schmerz ist so gross das es mir die Luft abdrückt und ich mich wie zugeschnürt fühle.
Das Leben geht weiter, bleibt nicht stehen, man funktioniert nur noch. Aber mittlerweile weiss ich das mein Sohn bei mir ist nicht nur in meinem Herzen, ich spüre ihn bei mir, es ist als wenn ein Mantel um mich liegt der unheimlich warm und geborgen ist, der mich beschützt und auf meinem Weg begleitet. An seinem errechnet Geburtstermin hat er mir ein Zeichen geschickt, mich mit meiner Trauer nicht alleine gelassen, vom Himmel fielen viele kleine weisse flauschige Federn....